Artikel

Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften,
u.a. für die Neue Zürcher Zeitung und das Magazin Filmbulletin.

Der Blick im Rückspiegel: Zum Comic „L’été diabolik“

Filmbulletin #4 (2016), S.18-19 /// Nach ihrem Meisterwerk „Souvenirs de l’empire de l’atome“ (dt.: Das Imperium des Atoms, erschienen bei Carlsen) von 2013 durfte man gespannt sein auf die nächste Zusammenarbeit zwischen dem Szenaristen Thierry Smolderen und dem Zeichner Alexandre Clérisse. Und wie schon in ihrem Vorgänger ist auch dieser neue Comic-Roman „L’été diabolik“ eine … Der Blick im Rückspiegel: Zum Comic „L’été diabolik“ weiterlesen

De-Monstration: John Carpenter mit Louis Althusser

eine gekürzte Version dieses Artikels erschien in der WOZ 30.6.2016, S. 17 (siehe PDF) /// In John Carpenters „They Live“ von 1988 findet der in den Slums von Los Angeles herumziehende Tagelöhner John Nada im Verschlag einer Untergrundbewegung einen Karton Sonnenbrillen, mit denen man hinter die Fassaden der Konsumwelt blicken kann. Auf Zeitschriftencovern, Werbebannern und … De-Monstration: John Carpenter mit Louis Althusser weiterlesen

Weltreise im Zimmer: Zum Hotel als Ort des Films

Neue Zürcher Zeitung, 12.2.2016, S. 43 /// „Das Hotel ist eine Methode des Nicht-Bleibens“ so schreibt der amerikanische Kulturwissenschaftler Wayne Koestenbaum in seinem kuriosen Buch „Hotel Theory“ und meint damit den widersprüchlichen Zustand, zwar an einem Ort abgestiegen, an diesem aber gleichwohl nicht Zuhause zu sein. Im Hotel befinden wir uns immer noch auf Reisen, … Weltreise im Zimmer: Zum Hotel als Ort des Films weiterlesen

Das ganze Leben – in Scherben: „Before the Devil Knows You’re Dead“

Filmbulletin 6.08 (2008), S. 11-13 /// Die allererste Szene ist irreführend und wegweisend zugleich: Ein Schlafzimmer in Rio; ein Ehepaar beim Sex; das Bett zwischen Spiegeln, in denen sich die Körper bis ins Unendliche vervielfachen. Andy, der Mann, betrachtet seine Doubles, während er in seine Gattin dringt und erregt sich am Bild der eigenen Leidenschaftlichkeit. … Das ganze Leben – in Scherben: „Before the Devil Knows You’re Dead“ weiterlesen

Review: «QUERSCHLÄGER» (Graphic Novel)

filmbulletin 6 (2015) S. 27 /// „Querschläger“ – der Titel ist wohl auch als selbstreflexiver Kommentar über die Genese dieses Comics zu lesen, wobei das französische Orginal „Bulles perdues“ sogar noch etwas treffender ist: Verlorene Kugeln, die etwas anderes treffen, als das anvisierte Ziel. Tatsächlich basiert Querschläger auf einem nicht-realisierten, verlorenen Drehbuch des amerikanischen Regisseurs … Review: «QUERSCHLÄGER» (Graphic Novel) weiterlesen

Tier werden, im Kino

Neue Zürcher Zeitung, 10.7.2015, S. 17 /// PDF >  «No animals were harmed» – keine Tiere wurden verletzt, diese berühmte Erklärung, die jeweils am Ende des Filmabspanns über die Leinwand flimmert, deutet ein grundsätzliches Problem an, welches das Kino mit Tieren hat: Sie können nicht schauspielern. Selbst wo die menschlichen Akteure ihren Körper aufs Äusserste … Tier werden, im Kino weiterlesen

Masochistisches Ritual als Alltagstrott. The Duke of Burgundy von Peter Strickland.

Filmbulletin 3.15 (2015), S. 24-25. /// PDF > Es geht um Unterwerfung. Es geht darum, sich anzubieten. Der Masochismus bietet sich an. Auch und gerade den Bildern. Denn der Masochismus, so schreibt Gilles Deleuze in seinem langen Essay über die Erzählungen Leopold von Sacher-Masochs, ist nicht denkbar ohne den Fetischismus, welcher sich bekanntlich dadurch auszeichnet, … Masochistisches Ritual als Alltagstrott. The Duke of Burgundy von Peter Strickland. weiterlesen

Phantomschmerzen. Zu Stanley Kubrick

Neue Zürcher Zeitung, 27.3.2015, S. 19 /// PDF > Wenn die Titelfigur aus Stanley Kubricks «Barry Lyndon» die Kutsche besteigt, die sie endgültig aus unserem Blick tragen soll, gefriert das Bild und zeigt uns den Abtretenden mitten in der Bewegung erstarrt. Während sein Kopf bereits im Inneren des Gefährts verschwunden ist, ragt noch sein Beinstumpf ins … Phantomschmerzen. Zu Stanley Kubrick weiterlesen

Effekte haschen: Luc Bessons exzessives Kino der Attraktionen.

Neue Zürcher Zeitung, 6.2.2015, S. 19 ✺ Von der Kritik gerne despektierlich als blosses Unterhaltungskino abgetan, besteht der Reiz und auch die Klugheit von Luc Bessons Filmen gerade in ihrer unbändigen Lust am visuellen Spektakel. Eine Retrospektive des Kino Xenix lädt ein, sich auf den Augenschmaus einzulassen. In Luc Bessons jüngsten Streich, dem überdrehten Science-Fiction-Action-Experimental-Film … Effekte haschen: Luc Bessons exzessives Kino der Attraktionen. weiterlesen

Verführungen, Kraftakte. Gene Kelly, der Tänzer vor und hinter der Kamera.

[Neue Zürcher Zeitung, 30.12.2014, S. 15] Im Musical «Summer Stock», einem Film, den Gene Kelly eigentlich gar nicht hatte machen wollen, ist der Tänzer zumindest in einer Szene ganz sich selbst und auf dem Höhepunkt seines Könnens: Als er allein durch eine Scheune geht, werden der knarrende Dielenboden und eine herumliegende Zeitung unversehens zu Partnern, … Verführungen, Kraftakte. Gene Kelly, der Tänzer vor und hinter der Kamera. weiterlesen

Der Blick zurück. Chris Markers Abschied vom Kino.

Neue Zürcher Zeitung 13.03.2008, S. 60 ✺ Er ist Schriftsteller, Reisender, Regisseur, Fotograf, Computerprogrammierer, Forscher, Kritiker, Archivar, Aktivist und noch vieles mehr. Doch auf seiner Visitenkarte dürfte nur stehen: «Chris Marker, Bricoleur». Mit dem despektierlichen Begriff «Bastler» ist die Profession dieses kreativen Tausendsassa freilich nur ungenau beschrieben. Chris Markers Versuche mit immer neuen Materialien sind nicht … Der Blick zurück. Chris Markers Abschied vom Kino. weiterlesen

Das Erinnern filmen. Zu Chris Marker.

Neue Zürcher Zeitung 22.09.2007, S. 54 ✺ Das Lichtbild ist ohne dessen Gegenteil nicht zu haben: Die Blende im Projektor skandiert den kontinuierlichen Strom bewegter Bilder so, dass man bei jeder Kinovorführung eigentlich die Hälfte der Zeit im Dunkeln sitzt. Vielleicht braucht es gerade diese Zeit im Finstern, damit Kino seine Wirkung entfalten kann. So … Das Erinnern filmen. Zu Chris Marker. weiterlesen

Es trotzdem machen. Begegnung mit dem Filmemacher Hans Haldimann.

Neue Zürcher Zeitung, 23.07.2008, S. 45 ✺ Der Zürcher Filmemacher Hans Haldimann hat mit dem Bergbauern-Porträt «Bergauf, Bergab» seinen ersten Kinofilm realisiert – ganz alleine und ohne Unterstützung der offiziellen Filmförderung. In einem Gespräch erklärte er, warum die offensichtlichen Nachteile einer unabhängigen Filmproduktion durchaus auch Vorteile haben können. Einen Debütanten stellt man sich eigentlich jünger vor. Der Dokumentarfilm … Es trotzdem machen. Begegnung mit dem Filmemacher Hans Haldimann. weiterlesen

Das Kapital des Films. Zur Reihe „Eat the Rich“ im Kino Xenix.

Neue Zürcher Zeitung, 24.4.2014, S. 21: Kino und Kapitalismus haben nicht nur den Anfangsbuchstaben gemeinsam, sie sind auch sonst schier unlösbar miteinander verstrickt. Gerne geht vergessen, dass die fotografischen Bewegungsstudien Eadweard Muybridges, welche verschiedene Phasen körperlicher Aktion in Einzelbildern festhielten und heute als Ikonen der frühesten Filmgeschichte gelten, dazu dienten, die Fliessbandarbeit der Stahlindustrie von … Das Kapital des Films. Zur Reihe „Eat the Rich“ im Kino Xenix. weiterlesen

Bilder schiessen. Sergio-Leone-Retrospektive im Filmpodium

Neue Zürcher Zeitung, 31.3.2014, S. 17: Er machte Experimentalkino im Gewand des Genrefilms: Gerade einmal eine Handvoll Filme hat Sergio Leone gedreht und damit doch das Kino revolutioniert. Nun sind seine furiosen Film-Opern im Filmpodium zu sehen. Die Leinwand ganz in Rot, wie blutüberströmt, darauf ein weisser Fleck, flimmernd und flackernd – eine Wunde im … Bilder schiessen. Sergio-Leone-Retrospektive im Filmpodium weiterlesen

Medium und Verbrechen – Fritz Langs «While the City Sleeps»

Neue Zürcher Zeitung 30.06.2011, S. 21 ✺ Das unbekannte Bijou eines bekannten Regisseurs: Das Filmpodium zeigt als Reedition Fritz Langs «While the City Sleeps», in dem skrupellose Pressevertreter nicht nur das Gesetz, sondern auch das Verbrechen in die eigenen Hände nehmen. Als man vor drei Jahren in Buenos Aires eine Kopie von Fritz Langs «Metropolis» aufstöberte, die … Medium und Verbrechen – Fritz Langs «While the City Sleeps» weiterlesen

We‘re in the modern age! – «Public Enemies» von Michael Mann

Filmbulletin 5.09 (2009), S. 23-24 /// PDF >  1933 betreten Gangster, als Polizisten und Häftlinge verkleidet, das Michigan City Gefängnis, um echte Polizisten zu überwältigen und echte Häftlinge zu befreien. Mit diesem grossen Coup des legendären Bankräubers John Dillinger beginnt Michael Mann seinen Film: eine furiose Sequenz, aufregend und des-orientierend gleichermassen. Denn die Konstellation soll undurchschaubar … We‘re in the modern age! – «Public Enemies» von Michael Mann weiterlesen

Ihre Hoheit. Zu Judi Dench

Neue Zürcher Zeitung 02.12.2014, S. 19 ✺ Sir Alec Guinness, der wohl grösste Charakterdarsteller, den das britische Kino je hatte, reagierte mit einer Mischung aus Irritation und Amüsiertheit darüber, dass er als 65-Jähriger noch zum Teenager-Idol wurde. Er hätte auch ein wenig beleidigt sein können. Als weiser Laserschwert-Guru Obi-Wan Kenobi aus den «Star Wars»-Filmen war … Ihre Hoheit. Zu Judi Dench weiterlesen

Testgelände für Ungehörigkeit. Pre-Code Hollywood.

Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2014, S. 17 ✺ PDF >  Das Filmpodium zeigt Hollywoods unanständige Filme aus den frühen dreissiger Jahren, wie sie vor der Einführung des Hays Code noch möglich waren. In einem Werbefilmchen aus einer US-Wochenschau der frühen 1930er Jahre kommt ein Möchtegern-Revuegirl nach Kalifornien und trifft dort auf lauter verdächtig hilfsbereite Männer. Er … Testgelände für Ungehörigkeit. Pre-Code Hollywood. weiterlesen

Cinérotomanie: Godard, Truffaut und die Frauen

Neue Zürcher Zeitung, 28.04.10, S. 21 /// «Est-ce que les femmes sont magiques?», so fragt der Schauspieler Alphonse in François Truffauts «La nuit américaine» zwischen zwei Aufnahmen unvermittelt einen Filmtechniker. Die Frage ist natürlich eine rhetorische. Selbstverständlich sind die Frauen magisch und bei Truffaut sowieso. Dass man diese Liebeserklärung an die Frauen ausgerechnet in einem Film … Cinérotomanie: Godard, Truffaut und die Frauen weiterlesen

Immer ins Schwarze. Der filmische Meisterschütze Howard Hawks.

Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2007, S. 56 /// PDF>  Er hat sich in jedem erdenklichen Genre versucht: Gangsterfilm, Monumentalepos, Film noir, Komödie, Western, Fliegerdrama, Musical, Science-Fiction, Gefängnis- oder Abenteuerfilm – nahezu alles hat Hawks gemacht und meistens mit Erfolg. Man möchte meinen, Meisterschaft sei nur durch Spezialisierung zu erreichen. Hawks hingegen hat gleich in mehreren Gattungen Paradebeispiele … Immer ins Schwarze. Der filmische Meisterschütze Howard Hawks. weiterlesen