Aussen drin: Francesca Woodmans eigene Räume.


»The way things went, I kept trying to change my direction and photograph other things. Man I am as tired as the rest of you of looking at me…« – so zitiert Rosalind Krauss aus den Notizen Francesca Woodmans.

Wohl bewusst, wie skeptisch ihre Obsession mit dem eigenen Körper beäugt werden würde, kommt die Fotografin von diesem doch nicht los. Francesca Woodmans Körper, so Krauss, bleibt damit Grund und Zentrum ihrer Bilder, »the ground of whatever sense the image might make«.

In der Tat scheint es unmöglich, beim Betrachten dieser Fotografien, von dem Körper abzusehen, der sich hier inszeniert, sich in Szene setzt – ein Körper, der immer auffällt, auffallen will, gerade auch dort, wo er sich zu verstecken vorgibt.

Was aber, wenn das Zitat weniger auf Woodmans Unvermögen hinweist, die Kamera in eine andere Richtung als auf den eigenen Körper zu drehen, sondern vielmehr auf das Unvermögen der Betrachter, ihren Blick von ihr ab- und woanders hinzuwenden? Was, wenn die Betrachter übersehen haben, das neben, hinter und um Francesca Woodmans Körper sich das eigentliche Drama dieser Bilder abspielt?

Tatsächlich nämlich hat Francesca Woodman auf ihren Fotografien immer auch jenes Andere eingefangen, hat die Blickrichtung gewechselt und das fotografiert, was jenseits ihrer selbst und ihres Körpers liegt: den Schauplatz des Geschehens, den Raum selbst. So ließen sich denn auch scheinbar so neutrale Werktitel wie Space2 oder House verstehen als explizite Anweisungen, worauf in diesen Bildern der Blick gerichtet werden sollte.

[…] Vollständiges PDF.

 in: Gabriele Schor, Elisabeth Bronfen (Hg.): Francesca Woodman. Werke aus der Sammlung Verbund, Köln: Buchhandlung Walther König 2014, S. 51-61.

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