Für das Falsche geliebt. Interview zum Thema Schönheit.

Seiten aus magazin-31-libre[…]

Echte Schönheit – was für eine unglückliche Kombination! Kann etwa nur Echtheit schön sein? Klar, die direkte Verknüpfung hat tiefe Wurzeln. Das Schöne, Wahre und Gute ist durch die ganze Geschichte hindurch ein Ideal. Dazu gesellt sich seit einigen Jahren eine Tendenz zu rigideren Schönheitsnormen. Doch das Echtheits-Credo ist naiv. Es meint, dass Schönheit etwas Fixierbares sei – nötigenfalls mit einer Operation. Doch das Gegenteil trifft zu: Schönheit ist stets Inszenierung, Fiktion und Maskerade. Sie ist nicht «echt», sondern ereignet sich erst in der Vermittlung. Es braucht ein Medium, das sie sichtbar macht, und – wie die Medienwissenschaft zeigt – verdeckt jedes Medium dabei mindestens so viel, wie es zeigt. Statt operieren könnte man sich also genauso gut schminken, verkleiden oder etwas in den BH stopfen, was gesünder und auch variantenreicher wäre. […] Fortsetzung

UZH magazin, 3/14

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