Affekt als Effekt: Affekte und ihre Störungen im Lichte der Filmtechnik

14.12.2011, 21.12.2011, 11.01.2012;
Psychiatrische Universitätsklinik Zürich (Burghölzli)

«Affekte neigen dazu, von einem ursprünglichen Inhalt auf verwandte Inhalte zu „irradieren“ oder sich sogar auf neue Inhalte zu „übertragen“» schreibt Eugen Bleuler.  Dass sich Affekte von neuen, scheinbar unlogischen Inhalten hervorgerufen werden können, beobachtet indes nicht nur der Psychiater bei den affektiven Störungen seiner Patienten.

Auch der Filmemacher tut nichts anderes, wenn er versucht, mit neuen, ungewohnten technischen Mitteln, bestimmte Affekte bei seinem Publikum zu erzeugen.

In diesem Kurs wollen wir untersuchen wie der Film das genau macht und was wir davon für die Psychiatrie und die Psychoanalyse lernen können: Wie werden Affekte zu Film-Effekten? Was ist die affizierende Funktion der Filmmusik, der Tongestaltung, der Schnitttechnik, der Farbe, des Bildausschnitts? Und wie macht uns umgekehrt das Kino die Phänomene affektiver Störungen verständlicher? Dabei wird zu zeigen sein, dass das Kino im besten Fall nicht nur Affekte hervorruft, sondern zugleich zeigen, wie diese Affektgenerierung überhaupt erst funktioniert. Das mag denn auch die besondere Affinität des Films für die Darstellung von Affektstörungen erklären.

1. Kursnachmittag – Mittwoch, 14.12.2011 / 14.00 

Einführung ins Thema, in der anhand von diversen Filmbeispielen die affekterzeugende Wirkung von filmtechnischen Verfahren (Musik, Sounddesign, Farbe, Montage, Kameraführung) untersucht werden soll. (Binotto) 

2. Kursnachmittag –  Mittwoch, 21.12.2011 / 14.00 

Screening und Diskussion des Films «L’Enfer d’Henri-Georges Clouzot» in dem die krankhafte Eifersucht eines Mannes und die damit einhergehenden Wahrnehmungs- und Affektstörungen mit überraschenden filmischen Mitteln zugleich dargestellt und reflektiert werden. 

(Binotto) 

3. Kursnachmittag – Mittwoch, 11.01.2012 / 14.00 

Screening und Diskussion von Alfred Hitchcocks Film «Rear Window» und seiner affizierenden Gestaltung. Der Film beschäftigt sich sowohl im technischen, wie auch im inhaltlichen Sinn damit, Bilder zu deuten. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Umstand, dass die Sichtweise des Filmzuschauers immer wieder mit der Perspektive des Protagonisten parallelisiert wird. Wer schaut hier wem zu? (Zachariadis)

Mittwoch, 14.12.2011, 21.12.2011 und 11.01.2012,

jeweils 14-18Uhr

Grosser Hörsaal (offizielles Kürzel: Z 103), Psychiatrische

Universitätsklinik (Burghölzli), Lenggstrasse 31, Zürich.

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