Exquisite Corpse: Das Kino der Transplantation von Girardet & Müller.

Mi. 12.2.2014, 19.00 Uhr, Kunstverein Hannover (Sophienstraße 2, D-30159 Hannover)

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Die Schere sei ein Produktionsmittel, heisst es bei Sergej Eisenstein. Im gängigen Begriff des «Zusammenschneidens» finden wir diese Widersprüchlichkeit verdichtet: Die Schere schafft Zusammenhänge. Wo man schneidet tun sich neben den Lücken, zugleich auch Verbindungen auf. Die Wunde tut Wunder.

Unentwegt führen uns die Filme von Matthias Müller und Christoph Girardet diesen paradoxen Vorgang vor, indem sie den ohnehin schon von Wunden, Schnitten, Löchern und Narben übersähten Korpus der Filmgeschichte nehmen, ihn zerteilen und neu zusammenschneiden, in Filmen die ebenso grausam wie liebevoll, brutal und zärtlich zugleich sind.

Aus Gliedern, die noch zucken und pulsieren nähen sie ihre neuen, unmöglichen Filmwesen zusammen, in denen die Körper der Kinogeschichte eine faszinierende neue Existenz führen. Und die Filmemacher selbst entpuppen sich damit als Chirurgen, ähnlich jenen Ärzten aus ihrem Film «contre-jour» und mit dem flackernden Lichtpult als Seziertisch.

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