Werden in Bewegung: Identität und Individuum in „Singin‘ in the Rain“

Mittwoch, 14.12.2016, um 19:00, stattkino Luzern, Bourbaki Panorama, Löwenplatz 11 ///

Obwohl Ludwig Wittgenstein bekanntlich am liebsten Musicals schaute, hat es dieses Genre unter Philosophen noch immer schwer. Wird das klassische Hollywoodkino ohnehin gerne als blosse Unterhaltung verachtet, so gilt das Musical darin gar als die am wenigsten ernsthafte Gattung. Wie grundfalsch diese Geringschätzung indes ist, zeigt freilich kein Film so deutlich, wie Gene Kellys „Singin’ in the Rain“ von 1952. Nicht nur findet sich darin die vielleicht hintersinnigste Reflexion darüber, was Film als Medium ist, das Musical ist zugleich auch eine ebenso beschwingte wie philosophische Meditation über Wahrheit und Lüge und über das menschliche Selbst nicht als einer Gegebenheit, sondern als noch unfertiges Projekt, welches – wie in den Worten Ralph Waldo Emersons – „erreichbar ist, aber noch nicht erreicht.“

Film mit Einführung und Diskussion im Rahmen der Reihe „Film & Philosophie“ der Philosophischen Gesellschaft Zentralschweiz: http://pgzentralschweiz.ch